Eine fleckige Tagebuchseite in zittriger Kursivschrift
ESC-Taste Seite - NWGuide Datenbank
ESC-Taste: Seite - Eine fleckige Tagebuchseite in zittriger Kursivschrift - in der New World Guide Datenbank of Lore
Es war, so wurde mir klar, genau wie in meinem Traum. Ich rannte davon. Ich rannte und rannte durch Dornen, die mir die Füße zerstachen. Ich hörte wieder das Wolfsgeheul. Fledermäuse flogen mir ins Gesicht, als wollten sie mich warnen, umzukehren, bevor es zu spät wäre. Kehr um, bevor er wütend wird. Kehr um und rette deinen Bruder. Aber die Frau wartete pflichtbewusst am Rande des Schlossgeländes auf mich und führte mich durch ein Seitentor. Eine Kutsche. Galoppierende Pferde, die Kutsche rumpelte und schaukelte wild auf unserer eiligen Flucht. Als ich abstieg, hörte und sah ich ihre schäumenden Mäuler und wurde wieder an das Meer an jenem Tag erinnert, als die Untoten hervorkrochen, um uns zu begrüßen.
In meinem Kopf wirbelten Fragen umher. Ich fragte mich zum hundertsten Mal, warum sie für mich so weit ging. Liebte sie mich? Liebte sie meinen Bruder? Würde sie ihn verschlingen? Würde Er ihn verschlingen? Und warum entschied sich mein Bruder, zu bleiben, wissend, dass dies nur im Grauen enden konnte? Liebte er sie so, wie ich den Mann geliebt hatte, den ich so bereitwillig meinen Meister genannt hatte? Ich konnte mich der anderen Wahrheit nicht stellen, der echten, die ich vor mir selbst verbarg. Edward hatte sich für mich geopfert. Nein, diese Geschichte ist erlogen. Doch eine Lüge ist nur eine Wahrheit, mit der wir nicht leben können.
Ein Schiff wartete auf mich, obwohl mein Herz wild protestiert hatte, dass es nicht so sein würde. Nun, am Ende meiner Reise, weiß ich nicht, wo ich bin, nur dass das Schiff ohne Besatzung fuhr und hier anlandete. Als ich von Bord ging, verlor ich den Mut. Dieses Schloss, seine Bauweise war die gleiche wie die des Schlosses, aus dem ich geflohen war. Ich war nicht weit genug geflohen. Ich werde einen Ausweg finden, ich werde die Freiheit erlangen, und ich werde zurückkehren, um meinen Bruder zu retten. Und ich werde Petru, Marten und Satyre finden. Und Ihn, Ihn werde ich töten. Ich werde in meinem Herzen die Stärke finden, es zu tun. Das werde ich.
Doch selbst jetzt noch, spüre ich Ihn sich nähern. Den Schatten, in denen ich vor Angst schlotternd kauere. Er tobt vor Wut. Er ist hier. Er packt mich mit Krallenfingern. Und er flüstert mit dem Atem eines modernden Grabes. "Du dachtest, du wärest mir entkommen, aber ich werde nie von deiner Seite weichen."
